bible-earth.net – Reiseführer zur Welt der Bibel mit »Google Earth« – Special: Reliquien

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Reliquien – zwischen Archäologie und Aberglaube



In diesem Spezialkapitel verschwimmen die Grenzen zwischen Archäologie und Reliquienkult. Vielleicht deshalb, weil es eigentlich gar keine Grenzen gibt. Es gibt archäologische Funde, die gefälscht sind – und auch Reliquien, die aller Wahrscheinlichkeit nach echt sind. Daher wollen wir verschiedene Gegenstände unter die Lupe nehmen, die angeblich direkt mit dem Sterben und Auferstehen Jesu Christi in Zusammenhang stehen:

• Die Holztafel vom Kreuz Jesu mit der unter dem Kürzel INRI bekannten Inschrift.
• Das Turiner Grabtuch, die bekannteste und umstrittenste Reliquie überhaupt.
• Das Schweißtuch aus Ovedia, ein Tuch in Spanien mit verblüffenden Parallelen zum Grabtuch.
• Das Muschelseidentuch von Manoppello, bekannt geworden durch den Autor Paul Badde.


In der römischen Kirche Santa Croce in Gerusalemme befindet sich die Holztafel, die über dem Kreuz Jesu Christi hing.

Die Orte, an denen diese Gegenstände zu finden sind, können alle mit »Google Earth« hochauflösend betrachtet werden. Auf der Übersichtskarte sind diese Orte verzeichnet.



Die Holztafel vom Kreuz Jesu – auch unter der römischen Bezeichnung Titulus bekannt – enthält laut Neuem Testament die Inschrift »Jesus von Nazareth, der König der Juden« (Johannes 19, 19). Geschrieben wurde dieser Titel in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache.

Einen Teil der Originaltafel soll die Heilige Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, im Jahre 326 von ihrer Pilgerreise nach Jerusalem mitgebracht haben, zusammen mit Splittern und Nägeln des Kreuzes Christi.



Echtheit: Nach den Untersuchungen des 2004 verstorbenen Wissenschaftlers Carsten Peter Thiede ist dieses Holz echt und untermauert somit die Glaubwürdigkeit der von vielen als Legende abgetanen Geschichte um die Heilige Helena und natürlich auch den biblischen Bericht von der Kreuzigung Christi.

Santa Croce in Gerusalemme ist eine der sieben Haupt- und Pilgerkirchen in Rom und geht auf die Auffindung des heiligen Kreuzes in Jerusalem durch Helena zurück. 1144 wurde die alte Kirche durch Papst Lucius II. erneuert und Papst Benedikt XIV. ließ sie 1743 modernisieren, so dass sich hauptsächlich die Fassade im verspielten Rokoko-Stil präsentiert. In der Reliquienkapelle werden die Kreuzesreliquien der Helena aufbewahrt.

Die Koordinaten der Kirche Santa Croce in Gerusalemme: 41.8880N, 12.5159E
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