bible-earth.net – Reiseführer zur Welt der Bibel mit »Google Earth« – Eden

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Eden und die Wiege des Ackerbaus



Es gibt aber noch ein Problem mit dem Bibeltext: Von Eden aus soll ein Strom gegangen sein, der sich in »vier Hauptarme« teilt. Auch hier wurde eine Lösung gefunden: Dieser Hauptarm könnte der Meidan Chay sein, der durch die Stadt Täbris in den Urmiasee fließt. Das Wort im hebräischen Urtext bedeutet »Quellort« oder »Kopf«, nach damaligem Verständnis könnte der Urmiasee als Quellbecken der vier Paradiesflüsse verstanden worden sein. Vielleicht haben sich auch die geologischen Zusammenhänge seit damals verändert.

Nun wollen wir – im Zentrum Edens angelangt, nocheinmal der Millionenstadt Täbris einen Besuch abstatten. Leider bildet Google Earth die Gegend nicht hochauflösend ab, trotzdem sieht man schön die bergige Umgebung des einstigen Paradieses. Täbris ist eines der größten kulturellen Zentren der iranischen Provinz Azerbaijan. Täbris war von etwa 1270 bis 1305 Hauptstadt des Reiches der Ilchane im Iran, des Reiches der Ak Koyunlu von circa 1469 bis 1502, und der Safawiden von 1502 bis 1548. Erdbeben zerstörten die meisten historischen Monumente der Stadt. Bis heute erhalten sind die Zitadelle sowie die Blaue Moschee.

Südlich der Stadt Täbris liegt der Vulkan Sahand mit 4000 Metern Höhe, den Rohl mit dem Berg Gottes in Verbindung bringt, der laut Hesekiel 28, 12-16 im Paradies existiert haben muss.

Interessant sind die Erforschungen im sogenannten Kerngebiet des Ackerbaus: Nahe Urfa und Haran in der heutigen Türkei liegt der Göbekli Tepe (deutsch: Nabelberg), der nach neuesten Erkenntnissen die ältesten Tempel der Welt enthält. Auf der Kuppe des kahlen Hügels standen einst dicht an dicht Tempel, von denen Archäologe Klaus Schmidt bereits vier ausgegraben hat. Sechzehn weitere wurden mit Magnetometern lokalisiert und sollen ebenfalls noch freigelegt werden. Nach den Vermutungen der Wissenschaftler sind die Tempel älter als alle menschlichen Dörfer überhaupt und sollen aus einer Zeit stammen, in der die Menschen sich noch nicht vom Ackerbau, sondern ausschließlich vom Jagen und Sammeln ernährten. Über die Religion, die dort ausgeübt wurde ist noch nichts bekannt, gefunden wurde aber eine »Paradiesplakette« mit der Abbildung eines Baumes und einer Schlange. Die angebetenen Götter scheinen sich auch von den Götzen der Sumerer zu unterscheiden. Vielleicht wussten diese Gläubigen noch von dem einzigen Gott, der die Menschen als Mann und Frau im Garten Eden erschaffen hat, bevor sich in der frühen Zivilisation die in der Bibel erwähnte Abkehr von Gott ausgebreitet hat.

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