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Assur, Paläste der Götter

Kaiser Wilhelm II. ermöglichte am Anfang des 20. Jahrhunderts der Deutschen Orientgesellschaft, neben Babylon eine zweite Ausgrabung zu beginnen. Man entschied sich für die Ruine einer Stadt am Ufer des Tigris, die man für die Reste der Stadt hielt, die Assyrien ihren Namen gab: Assur. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts stießen britische Ausgräber auf ein Sitzbild des assyrischen Königs Salmanassar III. (858-824 v. Chr.), stellten die Untersuchungen aber ein, nachdem aus Ninive und Nimrod weit größere Erfolge gemeldet wurden.
Reste einer gewaltigen Stadtmauer, dazu ein 30 Meter hoher Lemberg, der als Ruine einer Zikkurats übriggeblieben war, waren für die deutschen Forscher erfolgversprechend genug, umfangreiche Grabungen zu beginnen. Systematisch wollte man die altorientalische Kultur unter die Lupe nehmen. Nicht nur Schätze für die Museen der Heimat ans Licht bringen, nicht nur Tempel, Paläste und Bibliotheken aufspüren, sondern den gesamten Aufbau einer Stadt untersuchen. Auf einer Fläche von nur 1,3 Quadratkilometern erschien dies als überschaubares Unterfangen. Die Leitung übernahm der erst 28-jährige hochbegabte Architekt Walter Andrae, der zuvor Koldewey Assistent in Babylon gewesen war. Seine Grabungen, seine Rekonstruktionszeichnungen und seine Bücher ließen in den folgenden Jahrzehnten die im Wüstensand versunkene Stadt Assur wieder auferstehen.

5. Türkische Kaserne / Assur-Tempel
Das deutlich erkennbare Gebäude mit dem quadratischen Grundriss ist eine türkische Kaserne aus der Zeit des Osmanischen Reiches. Es befindet sich über den Fundamenten des Assur-Tempels, der wohl das älteste Bauwerk Assurs darstellt und 130 mal 50 Meter maß. Schon als die Stadt unter dem großen Herrscher Schamschi-Adad I. (1815-1782 v. Chr.) eine Blütezeit erlebte, bestand das zentrale Heiligtum bereits. Dieser mächtige König gab dem Tempel des Stadtgottes Assur seine Gestalt, die er fast unverändert bis zum Untergang der Stadt behielt.
6. Assur-Enlil-Turm (Zikkurat)
Ein 30 Meter hoher Hügel ist von diesem Stufenturm übriggeblieben.
7. Alter Palast
Unter dem Alten Palast befand sich die Gruft Assurnarsipals II. (888-859 v. Chr.)
8. Anu-Adad-Tempel
9. Sin- und Schamasch-Tempel
Von dem mittelassyrischen Doppelheiligtum des Sonnen- und des Mondgottes ist fast nicht übrig. Schon die erkennbaren Umrisse stammen von einem Gebäude aus späterer Zeit und der Bau der Straße hat das Fundament des alten Tempels vollends zerstört.
10. Ischtar-Tempel
Auch dieser Tempel, der aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. stammt wurde von späteren Bauten überdeckt. Nur an einer Stelle war den Ausgräbern ein Blick auf Überreste dieser frühen Epoche gewährt. Sie fanden einen Kultraum von 16 mal 6 Metern, in dem mehrere Statuetten gefunden wurden, die wohl stellvertretend für ihre Stifter die Kriegs- und Liebesgöttin Ischtar angebetet haben.
11. Neuer Palast
Tukulti-Ninurtas I. baute auch diesen Palast. Er regierte von 1244-1208 v. Chr.
12. Schutthalde
Diese gewaltige Schutthalde zeigt, welche enormen Mengen Erdreich während der Ausgrabungen bewegt wurden.
13. Grabungshaus
In diesem Gebäude haben Walter Andrae und seine Mitarbeiter von 1903 bis 1914 gewohnt.
14 Friedhof und Palastgebäude
Der irakische Antikendienst nahm in den 1970er und 1980er Jahren die Ausgrabungen wieder auf und legte verschiedene Privathäuser aus parthischer sowie neu- und mittelassyrischer Zeit frei. Seit 1998 sind irakische Archäologen in Assur wieder tätig, unter einem Friedhof aus heutiger Zeit wurde ein neuassyrisches Palastgebäude angeschnitten.
15. Suchgräben
Die deutschen Ausgrabungen wurden 1988-89 von Reinhard Dittmann von der Freien Universität Berlin nahm 1988 die deutschen Ausgrabungen wieder auf und legte eine weitere Tiefsondage an. Nach weiteren Untersuchungen mit magntischen Hilfsmitteln mussten die Grabungen nach Ausbruch des Golfkrieges abgebrochen werden.
Assur ist seit 2003 Weltkulturerbe der UNESCO. Durch den Bau des Makhul-Dammes wird die antike Stätte aber voraussichtlich 2007 überflutet werden. Dabei droht ihre vollständige Vernichtung.
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