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Assur, Zentrum des Kosmos

Assur dies ist der Name eines Gottes, einer Stadt und der einst mächtigen assyrischen Nation. Ein Name, der vor vielen Jahrhunderten in den Ländern des Vorderen Orients Angst und Schrecken ausgelöst haben muss. Die Könige Assyriens regierten mit brutaler Gewalt und dehnten ihr Reich bis nach Ägypten aus. Assur war die erste Hauptstadt des assyrischen Reiches. Doch obwohl die Könige ihren Regierungssitz später nach Nimrod und zuletzt Ninive verlegten, blieb Assur das religiöse Zentrum, was durch die Bauaktivitäten der neuassyrischen Könige bezeugt ist, wie zum Beispiel das Festhaus Sanheribs (um 700 v. Chr.).

König Tukulti-Ninurta I. (1243-1207 v. Chr.) vermauerte in seinem Ischtar-Tempel (6) zahlreiche Gründungsurkunden. Die Inschriften enthalten den Namen des Bauherrn sowie die Baugeschichte und historische Angaben.
In der Bibel wird Assur nur als Synonym für Assyrien verwendet, die Stadt selbst wird nicht erwähnt. Dafür aber die Herrscher, die in der alten Hauptstadt ihre Spuren hinterlassen haben.
Als Gebietsbezeichnung taucht Assyrien schon im Schöpfungsbericht auf: »Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien« (1. Mose 2, 14). Dann erscheint Assur in 1. Mose 10, 11: Nimrod sei » nach Assur gekommen und baute Ninive und Rehobot-Ir und Kelach, ...«. Dieser »gewaltige Jäger« und »Gewaltherrscher« wird mit der Gründung etlicher Städte in Mesopotamien in Zusammenhang gebracht, zum Beispiel auch Babel, Erech und Akkad. Geschichtlich sind diese Ereignisse in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte jedoch schwer zu erfassen.
Erst später, als Assyrien zum mächtigen Reich wurde und Israel schon zum geteilten Reich geworden war, gibt es deutliche Querverbindungen zwischen biblischen Berichten und der assyrischen Geschichtsschreibung. Hauptsächlich das Nordreich Israel hatte immer wieder Berührungspunkte mit dem aufsteigenden Weltreich:
853 v. Chr. kämpfte König Ahab in einer Koalition zwölf syrischer Staaten gegen den assyrischen Herrscher Salmanassar III. Dieses Ereignis ist nicht in der Bibel bezeugt, sondern auf der Kurh-Stele, die 1861 in der heutigen Türkei gefunden wurde und sich im Britischen Museum in London befindet.
Tiglat-Pileser III. (als König von Babel auch Pul genannt) forderte 738 v. Chr. Tributzahlungen von König Menahem (2. Könige 15, 19).
Salmanassar V. eroberte schließlich 722 v. Chr. die Hauptstadt Samaria und das Reich Israel war damit am Ende (2. Könige 17, 6).
701 v. Chr. belagerte Sanherib Jerusalem, die Hauptstadt des Südreichs Juda, musste sich aber dem Eingreifen Gottes geschlagen geben.
Davor hatte er alle anderen Städte Judas, z.B. Lachisch erobert. (2. Könige 18, 13 - 19, 37)
Die Koordinaten von Assur: 35.4564N, 43.2603E
Zum Download: assur.kml
Link nach Assur in »Google Maps«

Genau südlich der Stadt Assur zieht sich in Google Earth eine Grenze zwischen einem hochauflösendem Bereich und dem Rest der Landschaft, die nur sehr ungenau erkennbar ist (1). Glücklicherweise liegt Assur noch vollständig innerhalb des detailliert dargestellten Gebietes und so können Sie die Ausgrabungen der Archäologen gut erkunden.
Assur liegt am westlichen Ufer des Tigris (2) im Norden des Irak, direkt an die historische Stadt schließt sich das heutige Kalat Scherkat an (3).
Aus der Luft gut zu erkennen sind die im Abstand von 100 Metern angelegten Suchgräben(4), um das Gelände systematisch zu erforschen. Wenn wir näher heranzoomen eröffnen sich die Ruinen der Tempel und Paläste unserem Blick. Neben den Königen hatten hier an der Nordseite der Stadt alle Götter ihre irdische Heimat. Das Assyrische unterscheidet nicht zwischen »Tempel« und »Palast« und so waren göttliche und menschliche Gewalten nebeneinander aufgereiht.
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